[Press article: Köningswinter DE*]

BERUHRENDE KLANGE, BEWEGENDE WORTE

Der Verein Pro Klassik schließt die Konzertreihe „Nie Wieder Krieg“ mit einer Kombination aus Musik, Bildern und Texten

*VON GABRIELA QUARG

 

KÖNIGSWINTER. Es war ein musikalisches Mahnmal gegen den Krieg, das Desar Sulejmani und 0lsi Leka bei ihrem Konzert im Siehengebirgsmuseum in Königswinter errichteten Nicht nur bewegende Melodien — virtuos gespielt auf dem Klavier und dem Violoncello — berühnen die Zuhörer auf ganz besondere Weise, sondern auch eine Leinwandpräsemation mit Bildern und Texten aus dem Ersten Weltkrieg.

Fotograf Frederic Pauwels zeigte mit seinen Aufnahmen von ehemaligen kampfplätzen, von Ruinen und Soldateniriedhöfen, welche Narben der Krieg hinterlassen hat. Die deutschen, englischen und französischen Texte dazu Stamm! ten aus Tagebucheinträgen, Briefen und Niederschriften von Soldaten und Zeitzeugen — eine Zeitreise zurück in Jahre voller Grausamkeit, Leid und Elend. Musik, Bilder und texte vermittelten in Kombination eine Botschaft des Friedens, die kaum eindringlicher sein konnte.

„Wir möchten die Stimmung der Kriegszeit wiedergeben und die Gedanken und Gefühle der Menschen damals zum Ausdruck bringen“, so Sulejmani, der nicht nur als künstlerischer Leiter des Kulturvereins Pro Klassik, sondern auch als Musiker vor das Publikum trat. Mit dem belgischen Cellisten Olsi Leka hatte er für das Abschlusskonzert der ersten „Königswinterer Akzente” des Vereins, die unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ standen, sowohl Werke von Franz Liszt, Robert Schumann und Franz Schubert ausgewählt, als auch Stücke zeit» genössischer Komponisten wie Arvo Pärt und Walentyn Sylvestrow. Mit der „Elegie für Violoncello und Klavier” von Vasyl Oleksandrovych Barvinsky und der „Nuit Calme“, der „Ruhigen Nacht”, von Henriette Bosmans waren zudem zwei Werke von Zeitzeugen des Ersten Weltkrieges dabei.

Einen gewissen Gegenpart bildate die vergleichsweise leichte und heitere Komposition des Belgiers Eric Feldbusch, die von den Musikern in zwei Soloparts gespielt wurde. Sie sollte zum Ausdruck bringen, dass es auch in der schweren Zeit immer wieder Lichtblicke und Stunden des Glücks gab, erläuterte Sulejmani. Beide Musiker stellten an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis, dass sie wahre Meister ihres Faches sind mit viel Gefühl und Virtuosität schafften sie es, die Zuhörer zu begeistern und tief zuberühre1r Erstmals hatte der Verein Pro Klassik das Siebengebirgsmuseum als Veranstaltungsort gewählt ‚ eine kleine, aber feine Konzertstätte, die sich für eine Wiederholung empfiehlt. „Das ist hier eine echte Entdeckung für mich”, schwärmte Sulejmani. Für den Verein Pro Klassik ist das Veranstaltungsjahr. FOTO: FRANK HOMANN Neuer Konzertort: Olsi Leka (vorne) und Desar sulejmani im Siebengebirgsmuseum.